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Setz- und Brutzeit

In der Zeit vom 1. April bis 15. Juli

ist die so genannte Setz- und Brutzeit, in der das Wild sowie die sonstigen frei lebenden Tiere in ihren Lebensräumen vor Beunruhigung besonders zu schützen sind. In diesen Monaten ziehen die Tiere in der Natur ihren Nachwuchs auf und reagieren auf Störungen äußerst empfindlich. Pflichtbewusste Hundehalter sorgen dafür, dass weder Rehe noch Vögel dabei gestört oder gar gejagt werden.

Alljährlich gehen zahlreiche Vogelbruten, besonders die von Boden brütenden Arten, verloren, da aufgeschreckte Elternvögel die Nester verlassen und dadurch ihre Eier oder Jungvögel nicht vor dem Auskühlen schützen können. Zu beklagen sind außerdem verwaiste Rehkitze oder Junghasen und andere Säugetiere, die qualvoll verhungern müssen, weil der nicht angeleinte Hund tollend, bellend oder schnüffelnd frei durch Feld, Flur; Gehölze oder gar den Wald streift. Zurzeit sind die Energiereserven des Wildes durch das noch geringe Nahrungsangebot nach einem strengen Winter beschränkt. Die Hetzjagd eines Hundes bedeutet deshalb schnell einmal Tod durch Erschöpfung, auch wenn er nicht zubeißt. Während der Tragezeit kann eine Jagd bei Rehen gar eine Fehlgeburt auslösen – sie sind in dieser Zeit zudem schwerfällig und die Chance, den Hunden zu entkommen ist sehr gering. Es kommt auch vor, dass Wildtiere von Hunden gehetzt werden und in ihrer Panik über die Straße laufen. Hierdurch werden nicht nur die Tiere, sondern auch die Verkehrsteilnehmer unnötig gefährdet. Von April bis Juli ist Setz- und Brutzeit. Rehwild, Feldhasen, Rebhühner, Fasane oder Wildschweine werden in diesen Tagen ihre Jungen setzen oder mit der Brut beginnen. Neugeborene Kitze schützen sich vor natürlichen Feinden, indem sie sich bei Gefahr ducken. Getarnt sind sie durch ihr getüpfeltes Fell. Die Mutter besucht ihre abgelegten Kitze, die sie an Geruch und Lautäußerungen erkennt, nur kurz zum Säugen und Säubern. Ein Rehkitz, das von einem Hund beschnüffelt wurde riecht anders, könnte von der Mutter nicht mehr angenommen werden und verhungern. Lässt der Hund nicht von dem Kitz ab, rennt dieses instinktiv davon. Da der Körper eines Kitzes einem solchen Fluchtversuch nicht gewachsen ist, kann es vor Anstrengung an einem Herzschlag sterben.

Darum appellieren wir an alle Hundebesitzer, darauf zu achten, dass während der Setz- und Brutzeit ihre Hunde im Wald, am Waldrand, Feld und Wiesen stets angeleint sind. Um den Tieren etwas mehr Bewegungsfreiheit zu gönnen, kann man z.B. eine längere Leine nehmen oder den Hund auf Hundeplätzen frei laufen lassen.
Diese zeitliche Einschränkung müssen wir gemeinsam im Sinne des Arten- und Tierschutzes ganz einfach akzeptieren