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Wildtiere

Jungvogel
aus dem Nest gefallen... oder doch nicht?

Jungvogel gefunden !!!!

Hände weg von Jungvögeln

Hilflos sehen sie aus. Noch nicht flugtauglich hüpfen sie durch die Gegend und stoßen klägliche Laute dabei aus. Dies wird von Menschen oft falsch interpretiert und der Jungvogel wird eingesammelt. Doch der Schein trügt. Die vermeidlich hilflosen Tiere sind in der freien Natur besser aufgehoben als in Menschenhand. Die kläglichen Rufe sind kein Hilfeschrei sondern Bettelrufe, durch die sie mit den Eltern in Verbindung stehen. Die Jungvögel werden in der Phase des „Flüggewerdens“ weiterhin durch die Eltern versorgt und die verfügen über vielerlei Ablenkungsstrategien gegenüber Raubtieren wie z. B. Katzen oder Marder. In Menschenhand sinken die Überlebenschancen drastisch. Menschen sind nicht in der Lage die Fütterungsqualität der Eltern auch nur annähernd zu erreichen. Jungvogelaufzucht bedeutet eine komplizierte rund um die Uhr Betreuung und ist nichts für Laien. Bei den meisten dieser jungen Vögel handelt es sich aber um völlig gesunde Tiere, die im Rahmen ihrer normalen Entwicklung das Nest verlassen haben, obwohl sie noch nicht vollständig befiedert sind und somit noch nicht fliegen können. Als „Ästlinge“ halten sie sich meist auf Zweigen in der Umgebung des Nestes auf und werden weiter von den Vogeleltern gefüttert. Bei diesen ersten Trainingsversuchen passiert es manchmal, dass ein Ast verfehlt wird und der Jungvogel dann auf dem Boden landet; auch dort wird er von den Altvögeln weiter versorgt.
Oft sind es Kinder, die diese kleinen hilflos erscheinenden Ästlinge am Boden bemerken und in bester Absicht zu helfen, den Vogel mitnehmen, um ihn „aufzupäppeln“. Diese Vögel sind nur schlecht wieder auszuwildern und nicht selten endet diese gut gemeinte Maßnahme schon vorher mit dem Tod des Pfleglings aufgrund von Stress, falscher Ernährung und fehlerhaftem Umgang.

Grundsätzlich gilt: Hände weg von Jungvögeln!!! Es verstößt zusätzlich gegen das Natur- und Tierschutzgesetz, gesunde Tiere aus der Natur in menschliche Obhut zu nehmen. Vom Gesetzgeber ist ein Wildvogel geschützt!
Hilfe benötigen nur aus dem Nest gefallene

unbefiederte Jungvögel, verlassene und verletzte Vogeljunge.
Aus dem Nest gefallene, noch nackte Vogeljunge, müssen ins Nest zurückgesetzt werden, damit sie von den Eltern weiter versorgt werden. Der menschliche Geruch wird von den Vögeln nicht wahrgenommen, sodass sie getrost angefasst werden können. Gleiches gilt auch für kleine Ästlinge, die sich am Boden befinden. Auch sie sollten zu ihrer eigenen Sicherheit wieder hoch auf einen Ast gesetzt werden.

Ausschließlich verlassene und verletzte Jungvögel dürfen in menschliche Obhut genommen werden.
Aber wie richtig verhalten, wenn der „hilflose“ Vogel auf der Wiese sitzt? Zuerst einmal beobachten (mindestens 1 Stunde- besser länger) und vor allem Abstand halten. Elternvögel gehen nicht in die Nähe des Jungvogels wenn der Mensch daneben steht. Ist der Vogel verletzt oder das Nest zerstört, bedarf der Jungvogel der Hilfe. Dann und nur dann darf er in menschliche Obhut. Ein Jungvogel ist kein Haustier und durch das Artenschutzgesetz geschützt.